Der Beruf als Orgelbauer:in vereint traditionelles Handwerk, technisches Know-how und musikalisches Feingefühl. Orgelbauer:innen entwerfen, fertigen und montieren anspruchsvolle Instrumente, die oft viele Jahrhunderte überdauern. Dabei sind sie nicht nur für den Bau neuer Orgeln zuständig, sondern übernehmen auch die Restaurierung und Pflege historischer Instrumente.
Der Klang einer Orgel wird von vielen Faktoren beeinflusst: vom Material über die Bauweise bis hin zur genauen Abstimmung der Pfeifen. Diese präzise Arbeit erfordert höchste Sorgfalt und ein gutes Gehör. Als Orgelbauer:in arbeitest du häufig im Team mit anderen Handwerker:innen, reist zu Kirchen oder Konzertsälen und baust die Instrumente direkt vor Ort zusammen. Auch der Umgang mit Werkzeugen und Maschinen gehört zum Alltag. Dieser Beruf ist ideal für alle, die Musik lieben, gerne mit den Händen arbeiten und Freude an detailgenauer Präzisionsarbeit haben.
Die Ausbildung zum Orgelbauer oder zur Orgelbauerin dauert regulär 3,5 Jahre und erfolgt im dualen System: Du arbeitest sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule. Im Betrieb lernst du rund 80 Prozent der Inhalte direkt in der Praxis. Dort baust du Orgeln, führst Reparaturen und Restaurierungen durch und bekommst ein Gefühl für die Vielfalt der handwerklichen Arbeit. Du montierst mechanische, pneumatische und elektrische Systeme, bearbeitest unterschiedliche Materialien und lernst, wie man Orgeln für den Transport vorbereitet.
Die restlichen etwa 20 Prozent entfallen auf den schulischen Teil. In Blockphasen vermittelt dir die Berufsschule das theoretische Wissen in Fächern wie Physik, Musik, Technik, Werken, aber auch in Wirtschafts- und Sozialkunde. Der Unterricht unterstützt dich dabei, die Zusammenhänge zwischen Materialkunde, Akustik und Konstruktion zu verstehen. Besonders spannend ist, dass du bereits während der Ausbildung mit echten Projekten arbeitest, die später in Konzertsälen oder Kirchen ihren Platz finden.
Am Ende der Ausbildung steht die Gesellenprüfung. Diese besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, bei dem du ein Gesellenstück anfertigst, das deine handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellt. Wenn du bereits Vorkenntnisse hast oder gute schulische Leistungen zeigst, kannst du die Ausbildungszeit unter bestimmten Voraussetzungen auf bis zu 2,5 Jahre verkürzen.
Nach deinem erfolgreichen Ausbildungsabschluss steigst du mit einem Gehalt von rund 3.500 Euro brutto im Monat in den Beruf ein. Mit wachsender Berufserfahrung, zusätzlichen Qualifikationen und Spezialisierungen kann dein Gehalt deutlich ansteigen: Im Durchschnitt verdienen Orgelbauer:innen etwa 4.000 Euro monatlich. Wer besonders gefragt ist oder Führungsaufgaben übernimmt, kann sogar bis zu 4.500 Euro oder mehr verdienen. Regionale Unterschiede, die Größe des Betriebs und dein Tätigkeitsfeld spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Mehr Infos findest du auf unserer Seite rund ums Gehalt.
Du brauchst handwerkliches Geschick, technisches Verständnis in Bereichen wie Elektrik und Mechanik, Musikalität und ein gutes Gehör. Auch ein feines Gespür für Klänge und Materialien hilft dir dabei, deine Aufgaben präzise und verantwortungsvoll auszuführen. Darüber hinaus zählen Sorgfalt, Geduld und Ausdauer zu den wichtigsten Eigenschaften.
Da viele Arbeiten im Team stattfinden, solltest du auch gut mit anderen zusammenarbeiten können und zuverlässig sein. Zudem ist Flexibilität gefragt, denn Einsätze vor Ort in Kirchen oder Konzertsälen sind ein fester Bestandteil des Berufs. In der Schule sind vor allem gute Leistungen in Mathematik, Physik, Musik und Werken von Vorteil, da diese Fächer viele Grundlagen liefern, die du später im Berufsalltag brauchst. Auch räumliches Vorstellungsvermögen und ein gutes technisches Verständnis erleichtern dir den Einstieg.
Nach der Gesellenprüfung hast du verschiedene Möglichkeiten, dich beruflich weiterzuentwickeln. Besonders gefragt ist der Meistertitel als Orgel- und Harmoniumbauermeister:in. Diese Qualifikation erlaubt dir nicht nur die Leitung eigener Projekte, sondern ist auch die Voraussetzung, um selbst auszubilden oder ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Darüber hinaus kannst du dich auf betriebswirtschaftliche Themen spezialisieren, zum Beispiel durch eine Weiterbildung in Betriebsführung. Damit bist du gut vorbereitet, um Führungsaufgaben zu übernehmen oder dich selbstständig zu machen. Auch eine Spezialisierung auf die Restaurierung historischer Orgeln eröffnet dir spannende Tätigkeitsfelder in Zusammenarbeit mit Museen, Kirchen oder Denkmalämtern.
Wenn du dich stärker für den pädagogischen Bereich interessierst, kannst du zusätzlich eine Ausbilder:innenqualifikation erwerben und so dein Wissen an die nächste Generation weitergeben. Langfristig ist auch ein Studium im Bereich Musikinstrumentenbau oder Restaurierung denkbar, um deine Karriere noch weiter voranzutreiben.
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