Interview mit Jil Eileen Füngeling
"Das Wichtigste ist, Spaß am Beruf zu haben"
Ein Praktikum im Krankenhaus? Für Marie eine absolut spannende Erfahrung: Drei Wochen lang hat sie an der Uniklinik Köln in der Neurochirurgie den Klinikalltag hautnah miterlebt. Während ihres Schülerpraktikums hat sie so nicht nur die Abläufe in einem Krankenhaus kennengelernt, sie durfte auch viele Aufgaben selbst übernehmen. Was sie auf der Neurochirurgischen Station besonders beeindruckt hat und was sie allen rät, die sich ebenfalls für ein Schülerpraktikum im Krankenhaus interessieren, erfährst du hier.
Viele Schüler:innen sammeln in der 10. Klasse erste berufliche Eindrücke in einem mehrwöchigen Schülerpraktikum. Das gilt auch für Marie. Sie interessiert sich schon lange für Medizin und so fiel ihr die Entscheidung leicht, sich für ihr schulisches Pflichtpraktikum an der Uniklinik Köln zu bewerben. „Ich habe mich bereits mehrere Monate vor dem Praktikumsstart beworben und schon wenige Tage später die Zusage erhalten. Das ging wirklich schnell und auch der Bewerbungsprozess war kein Problem: Ich habe ein Bewerbungsformular auf der Website der Uniklinik Köln ausgefüllt und noch ein kurzes Anschreiben sowie mein Schulzeugnis angehängt. Ich hätte sogar eine Station, die mich besonders interessiert, angeben können. Das habe ich allerdings nicht getan und so wurde ich der Neurochirurgischen Station zugeteilt.
"Ich habe mich für ein Praktikum im Krankenhaus entschieden, um einen echten Einblick in die Klinikabläufe zu bekommen. Dafür habe ich die Zeit an der Uniklink Köln als perfekte Chance gesehen."
„Zur Vorbereitung auf mein Praktikum habe ich die Hygiene-Richtlinien und die allgemeinen Regeln der Uniklinik erhalten. Diese Maßnahmen sind natürlich super wichtig, wenn man mit Patienten in Kontakt kommt und mit dem Krankenhauspersonal zusammenarbeitet. Daher habe ich mir die Unterlagen wirklich gründlich durchgelesen.“
"Meine Erwartung vor dem Praktikum war, dass ich dem Personal eher bei den Pflegemaßnahmen der Patienten zugucken soll. Aber ich durfte viel mithelfen."
Während ihrer Praktikumszeit auf der Neurochirurgischen Station durfte Marie neben dem Pflegepersonal auch Ärzt:innen und Physiotherapeut:innen über die Schulter schauen und sie bei ihren Aufgaben unterstützen. Ein typischer Praktikumstag in der Frühschicht sah für sie etwa so aus:
6:30 Uhr:
„Der Praktikumstag hat jeden Tag mit der Einteilung der Pfleger zu bestimmten Patientenzimmern gestartet. Hier wurde ich dann auch immer einem oder zwei Pflegern zugeteilt. Anschließend haben wir Infusionen und Medikamente überprüft und vorbereitet, ehe wir sie den Patienten verabreicht, ihre Vitalwerte gemessen und sie nach ihrem Gesundheitszustand befragt haben.“
7 Uhr:
„Um 7 Uhr fand dann die Ärztevisite statt, an der ich auch oft teilgenommen habe.“
8 Uhr:
„Nach der Visite haben wir die Patienten gewaschen, neu angekleidet und ihnen beim Essen geholfen. Manchmal war es danach notwendig, ihnen Laborproben wie etwa Blut abzunehmen – denn auch dafür ist das Pflegepersonal verantwortlich. Zusätzlich werden in dieser Zeit auch die Werte der Patienten im System dokumentiert. Bei all diesen Aufgaben durfte ich immer unterstützen.“
Mittags:
„Mittags durfte ich das Pflegepersonal oft dabei begleiten, Patienten zum OP zu bringen oder von der Intensivstation abzuholen. Vor Ende der Frühschicht bekamen viele Patienten dann noch einmal ihre Medikamente.“
14:30 Uhr:
„Mein Praktikumstag endete immer mit der Übergabe der Patienten an die Pfleger, die an diesem Tag in der Spätschicht gearbeitet haben.“
„Meine Erwartungen an das Praktikum wurden weit übertroffen, da ich vorher nicht damit gerechnet hatte, das Pflegepersonal aktiv zu unterstützen. Ich durfte aber bei allen Aufgaben helfen und sie teilweise sogar alleine durchführen, nachdem sie mir erklärt wurden. Der einzige Punkt, der mich an meinem Praktikum gestört hat, war der sehr zeitige Beginn der Frühschicht -nämlich um 6:30 Uhr. Ich musste also immer sehr früh aufstehen, um pünktlich in Uniform gekleidet meine Schicht zu starten. Aber es hat alles immer gut funktioniert.“
Während ihres Praktikums hat Marie nicht nur eng mit dem Klinikpersonal zusammengearbeitet. Sie stand auch täglich in Kontakt mit den Patient:innen auf der Neurochirurgischen Station und hat so ganz unterschiedliche Krankheitsbilder gesehen, von denen sie einige nicht vergessen wird. „Besonders dramatisch war die Betreuung eines Patienten, der bereits im Sterben lag und über künstliche Wege am Leben gehalten wurde. Das war natürlich sehr hart mitanzusehen. Aber ich fand es auch gut, diese harte Realität schon im Praktikum mitzubekommen, da es zum medizinischen Alltag im Krankenhaus dazugehört und man wissen sollte, worauf man sich in diesen Berufen einlässt.“
"Am beeindruckendsten an meinem Praktikum waren für mich die extremen Fälle der Neurochirurgie, bei denen Patienten etwa ein Teil des Schädels fehlte oder man neurologische Einschränkungen stark mitbekam"
„Mein Praktikum an der Uniklinik Köln hat mir deutlich gezeigt, wie gerne ich in der Zukunft einen Beruf im medizinischen Bereich haben möchte. Ich würde auch jedem, der sich ebenfalls für einen Berufseinstieg in der Medizin interessiert, empfehlen, ein solches Praktikum zum Reinschnuppern zu machen. Aber Achtung: Man sollte sich genau überlegen, ob die Neurochirurgische Station nicht zu heftig für einen ist!“
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