Die Ausbildung zum Fachpraktiker oder zur Fachpraktikerin für Hochbaufacharbeiter richtet sich an Menschen mit einer Behinderung und ist speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Im Mittelpunkt steht die praktische Arbeit auf der Baustelle. Fachpraktiker:innen helfen beim Bau von Mauern, Fundamenten oder Decken, bereiten Baustellen vor und sichern diese ab. Du lernst also, wie man Schalungen erstellt, Beton verarbeitet und einfache Vermessungen durchführt. Auch das Einrichten und Bedienen von Baugeräten gehört zu deinem Aufgabenbereich. Ziel ist es, handwerkliche Fähigkeiten zu entwickeln, Selbstvertrauen im Arbeitsalltag zu gewinnen und eine solide Grundlage für eine langfristige berufliche Perspektive im Hochbau zu schaffen.
Die Ausbildung nach §66 Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. §42r Handwerksordnung (HwO) ist speziell für Menschen mit Behinderung konzipiert. Sie orientiert sich an den Inhalten der regulären Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter oder zur Hochbaufacharbeiterin, ist aber in Umfang, Tempo und im Theorieanteil angepasst. Die Ausbildung kann in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb oder in einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation stattfinden.
Im Gegensatz zur klassischen dualen Ausbildung, bei der Theorie und Praxis gleichwertig kombiniert werden, liegt hier der Fokus auf praktischen Tätigkeiten. Lerninhalte werden detaillierter vermittelt und die Auszubildenden werden stärker individuell begleitet. In der Regel dauert die Ausbildung 2 Jahre.
Du wirst direkt auf Baustellen mit mitarbeiten, einfache Bauaufgaben ausführen und dabei den Umgang mit Baumaterialien und Werkzeugen lernen. Du setzt Mauern, mischst Beton, erstellst Schalungen und sicherst Baustellen ab. Die Theorie beschränkt sich auf Grundlagen, die für die Praxis relevant sind. Begleitet wird die Ausbildung durch pädagogisches Fachpersonal, das dich zusätzlich unterstützt und fördert.
Fachpraktiker:innen für Hochbaufacharbeiten erhalten meist ein Gehalt, das sich an den Tarifgruppen für angelernte Bauhelfer:innen orientiert. Der Einstieg liegt typischerweise bei etwa 2.500 Euro brutto im Monat und ist an der tariflichen Lohngruppe 1 orientiert. Mehr Infos zur Gehaltsentwicklung und Ausbildungsvergütung findest du auf unserer Seite rund ums Gehalt.
Du brauchst keine bestimmte schulische Vorbildung, um Fachpraktiker:in im Hochbau zu werden. Viel wichtiger sind praktische Fähigkeiten und Eigenschaften. Dazu zählen vor allem handwerkliches Interesse, Freude an körperlicher Arbeit und die Fähigkeit, im Team zu arbeiten. Auch Belastbarkeit ist wichtig, denn auf Baustellen wird bei Wind und Wetter gearbeitet.
Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und ein Gespür für technische Abläufe helfen dir, dich schnell in die typischen Aufgaben einzuarbeiten. Außerdem solltest du zuverlässig und sorgfältig sein, da die Arbeit auf dem Bau oft unter Zeitdruck und mit schwerem Gerät stattfindet.
Nach der Ausbildung kannst du direkt in den Beruf einsteigen und als Fachpraktiker:in für Hochbaufacharbeiter auf verschiedenen Baustellen mitarbeiten. Der Einstieg erfolgt meist in einfachen Tätigkeiten, mit wachsender Erfahrung übernehmen viele Fachpraktiker:innen zunehmend mehr Verantwortung. In einigen Fällen ist auch ein Wechsel in eine tariflich besser bezahlte Tätigkeit möglich.
Mit entsprechender Unterstützung oder Förderung durch die Arbeitsagentur oder einen Bildungsträger kann im Anschluss an die Fachpraktiker:innen Ausbildung auch eine reguläre Ausbildung im Hochbau begonnen werden. Dadurch ergeben sich weitere berufliche Perspektiven und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten. Später hast du zudem die Möglichkeit, dich auf bestimmte Bauarbeiten zu spezialisieren, zum Beispiel im Bereich Beton- und Stahlbetonbau. Du kannst auch in größere Projekte eingebunden werden und dort eigenständige Aufgaben übernehmen.
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