Als Modist:in entwirfst und fertigst du Kopfbedeckungen aller Art – darunter Hüte, Mützen, Fascinators oder aufwendige Bühnen- und Showteile. Dein Job vereint traditionelles Handwerk mit kreativem Design: Du entwickelst individuelle Entwürfe, wählst passende Materialien wie Filz, Stroh, Seide oder Leder und gestaltest daraus tragbare Einzelstücke oder Kollektionen. Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit modischem Gespür. Deine Arbeitsorte sind dabei so vielseitig wie deine Produkte: Du arbeitest in Handwerksbetrieben, Ateliers, Modehäusern, beim Theater, Fernsehen oder Film. Auch im exklusiven Einzelhandel oder bei Modeschauen bist du gefragt.
Die Modist:innen-Ausbildung erfolgt dual: In deinem Ausbildungsbetrieb arbeitest du praktisch, in der Berufsschule lernst du theoretisch. So erhältst du eine fundierte Kombination aus handwerklichem Können und gestalterischem Wissen. Der Unterricht findet häufig in Blockform statt, weil es nur wenige spezialisierte Berufsschulen für Modist:innen gibt (etwa in Berlin, Stuttgart oder München). Daher musst du unter Umständen für den Schulunterricht sogar längere Wege oder eine Unterkunft in Kauf nehmen. Insgesamt besuchst du etwa 12 Wochen im Jahr die Berufsschule, wo Fächer wie Gestaltungstechnik, Materialkunde und Modegeschichte auf dem Stundenplan stehen.
Vor dem Ende des zweiten Lehrjahres legst du eine Zwischenprüfung ab, in der sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fähigkeiten getestet werden. Am Ende der Ausbildung folgt dann die Gesellenprüfung, die sich aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil zusammensetzt. Hier zeigst du dein Können, indem du beispielsweise eine eigene Kopfbedeckung entwirfst und fertigst.
Nach deiner Ausbildung steigst du als Modist:in mit etwa 2.700 Euro brutto pro Monat ein. Im Durchschnitt liegt dein Gehalt später bei rund 3.000 Euro. Mit Erfahrung und in spezialisierten Betrieben sind sogar bis zu 3.300 Euro drin. Mehr Infos dazu findest du auf der Seite rund ums Gehalt.
Als Modist:in gestaltest du kreative Kopfbedeckungen von Hand und bringst damit Stil und Persönlichkeit aufs Haupt. Du brauchst handwerkliches Geschick, Sorgfalt, Kreativität, zeichnerisches Talent und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Dazu kommt ein Gespür für Mode, aktuelle Trends und die Wünsche deiner Kund:innen. Geduld und Konzentrationsfähigkeit sind ebenso wichtig wie ein gutes Auge für Formen, Farben und Proportionen. Auch Teamfähigkeit, insbesondere bei der Zusammenarbeit in Werkstätten oder mit Kostümbildner:innen, kann im Arbeitsalltag entscheidend sein. Wenn du Freude daran hast, mit deinen Händen etwas Schönes zu erschaffen, und gleichzeitig sorgfältig und kundenorientiert arbeitest, passt dieser Beruf zu dir!
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Ausbildungsbetriebe Bewerber:innen mit Hauptschulabschluss ein – besonders wenn du gute Noten in Werken, Kunst, Technik oder Mathe mitbringst.
Nach dem Abschluss deiner Modist:innen-Ausbildung kannst du dich zur Modistenmeisterin oder zum Modistenmeister weiterbilden. Die Meisterprüfung eröffnet dir nicht nur neue Aufgabenbereiche, sondern verbessert auch deine Chancen auf Führungspositionen. Alternativ bieten sich Fortbildungen als Gestalter:in im Handwerk oder als Betriebswirt:in (HwO) an. Hier vertiefst du entweder dein kreatives Know-how oder erweiterst deine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse.
Auch ein Studium kann der nächste Schritt sein, zum Beispiel in Bereichen wie Modedesign, Kostümbild oder Textil- und Bekleidungstechnik. Einige entscheiden sich nach der Ausbildung sogar für ein berufsbegleitendes Studium oder gehen ins Ausland, um ihre Kompetenzen zu erweitern. Als Modist:in stehen dir also viele Wege offen, um dich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.
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