Viele Auszubildende verdienen nicht genug, um ihren Lebensunterhalt ausreichend zu decken. Die Kosten für Miete, Fahrten, Verpflegung, Lernmittel und weitere alltägliche Dinge übersteigen schnell das eigene Budget. Deshalb existieren zahlreiche Förderungen, die dafür sorgen, dass du eine Ausbildung trotz möglicher finanzieller Engpässe erfolgreich abschließen kannst. Diese Leistungen bestehen in Form von Zuschüssen, Stipendien, Darlehen oder Kombi-Modellen. Wir listen dir hier die gängigsten Möglichkeiten auf, wie du dir deine gewünschte Ausbildung finanzieren kannst.
Die BAB, die Abkürzung für die Berufsausbildungbeihilfe, ist eine der zentralen Unterstützungen für Azubis mit eigener Wohnung oder höheren Lebenshaltungskosten. Sie wird von der Agentur für Arbeit gewährt und basiert auf einer Einkommensprüfungen der Eltern und des oder der Auszubildenden in Bezug auf die Ausbildungsvergütung sowie Freibeträge. Den Antrag auf BAB solltest du möglichst früh, idealerweise vor Beginn deiner Ausbildung, stellen. Nachdem der Antrag bewilligt wurde, erhältst du das Geld rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung. Die Höhe kann dabei bis zu etwa 822 Euro pro Monat betragen, falls du nicht mehr bei den Eltern wohnst.
Wenn du eine schulische Ausbildung, beispielsweise an einer Berufsfachschule oder einer Fachakademie absolvierst, kannst du Schüler‑BAföG beantragen. Anders als beim regulären BAföG für Studierende musst du beim Schüler-BAföG von der erhaltenen Förderung am Ende nichts zurückzahlen. Wenn du noch bei deinen Eltern wohnst, liegt der Höchstbetrag bei 498 Euro. Für Alleinwohnende liegt der Höchstbetrag bei 775 Euro.
Bis zur Vollendung deines 25. Lebensjahres kannst du in vielen Fällen Kindergeld beziehen. Das Kindergeld beläuft sich auf 255 Euro im Monat. Standardmäßig wird es direkt an deine Eltern gezahlt. Aber: Volljährige Azubis, die eigenständig finanziell verantwortlich sind, können das Kindergeld auch auf ihr Konto auszahlen lassen.
Azubis, die in einer eigenen Wohnung leben und eine duale Ausbildung absolvieren, in der sie ein Gehalt bekommen, können nur unter bestimmten Bedingungen Wohngeld beantragen. Normalerweise wird dein Anspruch auf Wohngeld als Azubi durch deinen Anspruch auf BAföG oder BAB nichtig. Falls du aus besonderen Gründen keine Ansprüche mehr auf diese beiden Förderungen hast, kann es allerdings sein, dass du Wohngeld beantragen darfst. In diesem Fall kannst du mit bis zu 330 Euro im Monat rechnen.
Das sogenannte Budget für Ausbildung richtet sich speziell an Menschen mit Behinderungen, die in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) tätig sind oder eine betriebliche Ausbildung absolvieren. Es ermöglicht zusätzliche Teilhabe und finanzielle Unterstützung gemäß SGB IX.
Für Azubis die eine Ausbildung im öffentlichen Dienst, also beim Bund oder bei Kommunen absolvieren, gibt es den Lernmittelzuschuss von 50 Euro brutto jährlich. Dieser wird meistens mit dem ersten Ausbildungsgehalt des jeweiligen Ausbildungsjahres ausgezahlt, spätestens allerdings im September. Er dient dem Erwerb von Lernmaterialien wie Bücher oder Taschenrechner.
Auch Azubis können Stipendien durch politische, kirchliche oder soziale Stiftungen erhalten. Ein Beispiel ist das Deutschlandstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung, das dir eine Bildungspauschale von 300 Euro monatlich gewährt. Diese Pauschale ist komplett unabhängig von deinem Einkommen oder deiner Ausbildungsvergütung.
Eine Übersicht über unterschiedliche Stipendien findest du beispielsweise auf der Website des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
In einigen Bundesländern gibt es zusätzliche Zuschüsse, die von Auszubildenen beansprucht werden können. Berlin bietet beispielsweise Förderprogramme über die Förderdatenbank. Dies ist die zentrale Anlaufstelle für Informationen zu den Förderprogrammen des Bundeslandes.
Neben Zuschüssen und Stipendien kannst du auch auf Bildungskredite oder zinsgünstige Darlehen zurückgreifen. Eine Option wäre die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das ist eine Förderbank, die unter anderem Förderprogramme für Privatpersonen bietet. Solche Optionen sind sinnvoll für Phasen höheren Finanzbedarfs, sollten aber eher als letzte Option betrachten werden.
Auch wenn es sehr anstrengend ist, kann auch Nebenjob deine Ausbildung finanziell ergänzen. Du hast die Möglichkeit dir am Nachmittag, am Wochenende oder in den Ferien Geld dazuzuverdienen und auch abseits von deiner Ausbildung Erfahrungen zu sammeln. Im Bezug auf BAföG hast du einen Freibetrag von 353 Euro im Monat. So viel kannst du verdienen, ohne deine BAföG-Bezüge zu verringern.
Wenn du Glück hast, unterstützen dich deine Eltern wohlwollend bei deinen Vorhaben, dir eine aussichtsreiche Zukunft zu gestalten. Aber nicht jeder hat ein gutes Verhältnis zu den Eltern. Deswegen sind sie bei der ersten Berufsausbildung nach § 1610 Abs. 2 BGB gesetzlich verpflichtet, dich finanziell zu unterstützen, soweit sie dazu in der Lage sind. Die genauen Regelungen werden anhand der Düsseldorfer Tabelle bestimmt.
Für Auszubildende gibt es in Deutschland zahlreiche finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten: von BAB und Schüler-BAföG über Kindergeld und Wohngeld bis zu Stipendien oder regionalen Förderprogrammen. Auch spezielle Leistungen wie das Budget für Ausbildung oder Lernmittelzuschüsse können den finanziellen Spielraum erweitern. Entscheidend ist, sich frühzeitig zu informieren und Anträge rechtzeitig zu stellen, da einige Leistungen nicht rückwirkend gezahlt werden. Wer mehrere Förderungen kombiniert, kann die Ausbildungszeit deutlich entspannter gestalten und sich voll auf den Berufseinstieg konzentrieren.
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